Sylvia
Die Einschläge kommen näher. Als ich den Tagesspiegel aufschlage und zur Seite mit den Nachrufen komme, fällt mir eine Überschrift auf: „Also der Bowie, dit is ja nur so’n janz Kleena! Aba nett issa, dit schon!“ Darüber steht der Name Sylvia Thimm. Sofort weiß ich, um wen es geht: Die Chefin des „Harlekin“ in der Wartburgstraße. Heute steht „Pinguin Club“ über der Tür. Drinnen verändert hat sich fast nichts. Nur die Preise sind andere geworden. Als der Laden 1980 eröffnet wurde, war man „in“ – im „Harlekin“. Man traf sich und wurde gesehen: Anette, „Eff-Jott“, Conny, Krischan und Max Goldt, der immer seine Plastiktüte dabei hatte. Auch der Herr Bowie war öfter zu Gast. Er wohnte ja um die Ecke. Mit Jimmy, den man unter seinem Künstlernamen Iggy Pop kennt, hat er öfter zusammen gesessen. Ab und zu haben Gäste mal geglotzt. Doch ansonsten ließ man die Leute in Ruhe. Wir waren damit zufrieden, die Aura auf uns wirken zu lassen. So sind wir Berliner.
neukoelln - 2009/01/04 08:36












