Der Aikido-Literat
Vor einigen Jahren habe ich den Glauben an die Literatur verloren. Halt! So ganz richtig ist das ja nicht, denn ich lese immer noch Bücher. Aber was die Verleger betrifft, habe ich seither meine Zweifel. Was war passiert?
Ich hatte eine Einladung zu einer Lesung erhalten. Es war mir gelungen, eine jungen Dame als Begleitung zu gewinnen. So saßen wir in einem Kreuzberger Kellerlokal und lauschten den Worten von Herrn Ebertowski, der aus seinem Buch „Die Erben des Dionysos“ vorlas. Von Zeit zu Zeit schauten wir uns ungläubig an. Es wurde Klischee an Klischee gereiht. Weil ein Teil der Geschichte in Kreuzberg spielt, mußte eine Szene über einen Polizeieinsatz hinein. Die hatte mit der Geschichte gar nichts, aber auch gar nichts zu tun. Bizarr wurde es, als der Autor auch noch begann, mitten im Raum komische Turnübungen zu vollführen. Ein Blick in den Verlagsprospekt brachte Aufklärung. Der Mann war mal Inhaber eines Aikido-Studios. Eine Peinlichkeit erster Ordnung. In der Pause haben wir beschlossen, den Ort des Geschehens zu verlassen, um an anderer Stelle noch ein schönes Getränk zu uns zu nehmen.
Warum befasse ich mich mit Herrn Ebertowski? Weil er immer noch nicht aufhört, Texte zu veröffentlichen. Das Werk trägt den Titel Hungerkralle und scheint aus einer ähnlichen Ansammlung von Stereotypen zu bestehen. Ich brauche solches Schriftgut nicht.
Ich hatte eine Einladung zu einer Lesung erhalten. Es war mir gelungen, eine jungen Dame als Begleitung zu gewinnen. So saßen wir in einem Kreuzberger Kellerlokal und lauschten den Worten von Herrn Ebertowski, der aus seinem Buch „Die Erben des Dionysos“ vorlas. Von Zeit zu Zeit schauten wir uns ungläubig an. Es wurde Klischee an Klischee gereiht. Weil ein Teil der Geschichte in Kreuzberg spielt, mußte eine Szene über einen Polizeieinsatz hinein. Die hatte mit der Geschichte gar nichts, aber auch gar nichts zu tun. Bizarr wurde es, als der Autor auch noch begann, mitten im Raum komische Turnübungen zu vollführen. Ein Blick in den Verlagsprospekt brachte Aufklärung. Der Mann war mal Inhaber eines Aikido-Studios. Eine Peinlichkeit erster Ordnung. In der Pause haben wir beschlossen, den Ort des Geschehens zu verlassen, um an anderer Stelle noch ein schönes Getränk zu uns zu nehmen.
Warum befasse ich mich mit Herrn Ebertowski? Weil er immer noch nicht aufhört, Texte zu veröffentlichen. Das Werk trägt den Titel Hungerkralle und scheint aus einer ähnlichen Ansammlung von Stereotypen zu bestehen. Ich brauche solches Schriftgut nicht.
neukoelln - Mi, 18. Jun, 11:31










