Wahrnehmungs-Experiment
Sonntags um fünf Uhr nachmittags herrscht Ruhe in meiner Trinkstelle an der Thielenbrücke. Stammzapfer Daffy begrüßt mich als ersten Gast. Ich liebe die Momente der Leere; wenn eine Kneipe noch jungfräulich wirkt; die Aschenbecher noch sauber sind. Niemand will mir ein Gespräch aufdrängen. Keiner stellt blöde Fragen. Bevorzugte Behandlung durchs Personal ist garantiert.
Weil heute Wahltag ist, hat Daffy die große Leinwand für den Projektor ausgerollt und das ZDF eingeschaltet. Mit Ton! Auf dem Fernseher über der Tür am gegenüberliegenden Ende des Raumes läuft die Fußball-Berichterstattung des DSF. Ohne Ton! Ich sitze am Tresen und schaue auf den Kicker-Bildschirm. Da ist Ex-Bundes- und Neu-Interims-Trainer Rudi Völler zu sehen, der Erklärungen abgibt. Auf verblüffende Art und Weise paßt der Ton vom ZDF zum Bild. Beim Z(entrum) D(er) F(insternis) mühen sich Moderatoren. Sie haben nichts zu berichten. Bis zur sogenannten Prognose dauert es noch fast eine Stunde. So entsteht aus Bild und Ton eine völlig neue Form von Synchronisation. Die offensichtlich macht, wie austauschbar solches Geplapper ist.
Heureka!
Weil heute Wahltag ist, hat Daffy die große Leinwand für den Projektor ausgerollt und das ZDF eingeschaltet. Mit Ton! Auf dem Fernseher über der Tür am gegenüberliegenden Ende des Raumes läuft die Fußball-Berichterstattung des DSF. Ohne Ton! Ich sitze am Tresen und schaue auf den Kicker-Bildschirm. Da ist Ex-Bundes- und Neu-Interims-Trainer Rudi Völler zu sehen, der Erklärungen abgibt. Auf verblüffende Art und Weise paßt der Ton vom ZDF zum Bild. Beim Z(entrum) D(er) F(insternis) mühen sich Moderatoren. Sie haben nichts zu berichten. Bis zur sogenannten Prognose dauert es noch fast eine Stunde. So entsteht aus Bild und Ton eine völlig neue Form von Synchronisation. Die offensichtlich macht, wie austauschbar solches Geplapper ist.
Heureka!
neukoelln - 2005/09/19 11:31












