Boxenstop
Am Sonnabend war ich mit der Holden auf’m Rummel. Wir essen Bratwurst, schießen Rosen und begucken uns das Volk. So gegen elf Uhr nehmen wir unseren Absacker in der Kreuzberger Trinkstelle am Chamissoplatz. Der Rückweg ins heimische Neukölln führt uns über den Columbiadamm. Keine gute Wahl!
Kurz hinter der Moschee, die dort von einer türkischen Gemeinde errichtet wurde, steht ein Mann mit Kelle auf der Straße und winkt. Doch als ich anhalte, springen keine Mechaniker herbei, um mein Beul-Mobil zu betanken. Statt dessen tritt eine junge blonde Frau mit schickem Käppi in einer Art Kampfanzug ans Auto und erklärt, daß es sich um eine „Allgemeine Verkehrskontrolle“ handelt. Sie möchte meinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere haben. Ich verkneife mir jegliche humorvolle Bemerkung wie: „Wir ficken doch gar nicht.“ In solchen Situationen fallen derartige Äußerungen auf keinen fruchtbaren Boden.
Bei meinem Führerschein handelt es sich um das Original, das ich schon seit mehr als 30 Jahren mit mir herumtrage. Er ist bestimmt älter als unsere Kontrolleurin.
Sie verschwindet mit den Dokumenten in einer „Wanne“, sprich Polizei-Tranporter. Wir können beobachten, wie dort in der Dunkelheit mit Taschenlampen und irgendwelchen Zetteln hantiert wird.
„Haben die da drinnen kein Licht?“, kommentiert die Holde.
Es dauert. In Ägypten wäre jetzt schon ein fliegender Händler zur Stelle und würde Erfrischungen anbieten. Hier tut sich nichts. Irgendwann findet jemand den Lichtschalter im Polizeifahrzeug. Wir warten. Dann kehrt unsere Polizistin zurück und möchte Warndreieck und Verbandskasten sehen.
„Habe ich nicht dabei.“, antworte ich.
„Wollen Sie nicht nachsehen?“, fragt sie noch mal.
„Nö! Ich weiß, daß ich beides nicht dabei habe.“
Etwas irritiert schüttelt sie den Kopf und verschwindet wieder im Transporter. Ich habe ihr wohlweislich verschwiegen, daß ich diese Gegenstände noch nie im Auto hatte. Für mein Starthilfe-Kabel und das Abschleppseil werde ich in diesem Verkehrsquiz keine Punkte bekommen.
„Dies ist ein Mängelbericht.“, erklärt mir unsere Polizistin, als sie wieder erscheint. „Damit, und mit Warndreieck und Verbandskasten, melden Sie sich bitte bei einer Polizei-Dienststelle ihrer Wahl. Es wäre gut, wenn die Gegenstände dann auch in ihrem Fahrzeug landen würden. Das ist wichtig.“
Ich gebe Verständnis zu erkennen.
„Und dann bekommen Sie auch noch Post wegen der Ordnungswidrigkeit. Wird Sie 15,- Euro kosten.“
Ich nehme die Zettel und bedanke mich höflich. Die Holde wünscht ihr noch eine angenehme Nacht.
Für Auswärtige und unerfahrene Berliner hier der Hinweis zum Thema Wanne aus der TAZ.
Kurz hinter der Moschee, die dort von einer türkischen Gemeinde errichtet wurde, steht ein Mann mit Kelle auf der Straße und winkt. Doch als ich anhalte, springen keine Mechaniker herbei, um mein Beul-Mobil zu betanken. Statt dessen tritt eine junge blonde Frau mit schickem Käppi in einer Art Kampfanzug ans Auto und erklärt, daß es sich um eine „Allgemeine Verkehrskontrolle“ handelt. Sie möchte meinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere haben. Ich verkneife mir jegliche humorvolle Bemerkung wie: „Wir ficken doch gar nicht.“ In solchen Situationen fallen derartige Äußerungen auf keinen fruchtbaren Boden.
Bei meinem Führerschein handelt es sich um das Original, das ich schon seit mehr als 30 Jahren mit mir herumtrage. Er ist bestimmt älter als unsere Kontrolleurin.
Sie verschwindet mit den Dokumenten in einer „Wanne“, sprich Polizei-Tranporter. Wir können beobachten, wie dort in der Dunkelheit mit Taschenlampen und irgendwelchen Zetteln hantiert wird.
„Haben die da drinnen kein Licht?“, kommentiert die Holde.
Es dauert. In Ägypten wäre jetzt schon ein fliegender Händler zur Stelle und würde Erfrischungen anbieten. Hier tut sich nichts. Irgendwann findet jemand den Lichtschalter im Polizeifahrzeug. Wir warten. Dann kehrt unsere Polizistin zurück und möchte Warndreieck und Verbandskasten sehen.
„Habe ich nicht dabei.“, antworte ich.
„Wollen Sie nicht nachsehen?“, fragt sie noch mal.
„Nö! Ich weiß, daß ich beides nicht dabei habe.“
Etwas irritiert schüttelt sie den Kopf und verschwindet wieder im Transporter. Ich habe ihr wohlweislich verschwiegen, daß ich diese Gegenstände noch nie im Auto hatte. Für mein Starthilfe-Kabel und das Abschleppseil werde ich in diesem Verkehrsquiz keine Punkte bekommen.
„Dies ist ein Mängelbericht.“, erklärt mir unsere Polizistin, als sie wieder erscheint. „Damit, und mit Warndreieck und Verbandskasten, melden Sie sich bitte bei einer Polizei-Dienststelle ihrer Wahl. Es wäre gut, wenn die Gegenstände dann auch in ihrem Fahrzeug landen würden. Das ist wichtig.“
Ich gebe Verständnis zu erkennen.
„Und dann bekommen Sie auch noch Post wegen der Ordnungswidrigkeit. Wird Sie 15,- Euro kosten.“
Ich nehme die Zettel und bedanke mich höflich. Die Holde wünscht ihr noch eine angenehme Nacht.
Für Auswärtige und unerfahrene Berliner hier der Hinweis zum Thema Wanne aus der TAZ.
neukoelln - 2005/09/15 11:38












