Zauberstrumpf? Strumpfzauber?
Als ich noch Fernpendler zwischen Hessen und Berlin war, lernte ich Miss B. kennen. Sie war Studentin, einige Jahre jünger als ich und wohnte in Neukölln. Fast jeden Abend hatten wir telephoniert. Elektropost-Nachrichten flogen hin und her. Unsere Vorstellungen ergänzten sich auf eindrucksvolle Weise. Für das erste Rendezvous hatte sie ein Café am Paul-Lincke-Ufer vorgeschlagen. Eine gute Wahl!
Sie ist sehr pünktlich. Schlank und rank, blasser Teint, rötlich schimmernde Haare, die Nase etwas zu groß; so habe ich sie an diesem Abend wahrgenommen.
Zur Begrüßung überreiche ich ihr eine Calla. Wir verbringen einen wunderbaren Abend. Erzählen aus unseren Leben. Alles ist sehr leicht. Ich habe ihr eine Langspielplatte von Jaques Brel, mit einem seiner schönsten Chansons „Ne me quitte pas“, mitgebracht. Viel später sollte ich erkennen, welche Symbolik sich in dem Lied verbarg.
Den Moment, als ich ihre Hand zum ersten Mal ergreife, werde ich nie vergessen. Ein Warnschild „Vorsicht Hochspannung“ wäre angemessen gewesen. Sie durchzuckt uns. Zur Beruhigung wechseln wir ins Restaurant nebenan. Ein kleiner Imbiß und ein guter Rotwein helfen, die Spannung in Grenzen zu halten. Zum Abschied begleite ich sie zum Taxi. Wir küssen uns. Es ist das pure Verlangen.
Am nächsten Abend muß ich die Rückreise ins Hessische antreten. Sie möchte mich verabschieden. Die „Terrassen am Zoo“ strahlen die Atmosphäre eines typischen Bahnhofsrestaurants aus: Miefig, schmierig, unerotisch.
Ihr gelingt es, mich zu verzaubern. Während unserer Unterhaltung nimmt sie meine Hand und legt etwas Schwarzes, seidig Glänzendes hinein. Es ist ein Strumpf. Ich stecke ihn in die Tasche meines Sakkos.
Später im Zug hole ich ihn verstohlen heraus und führe ihn ans Gesicht. Ein zarter Hauch ihres Parfüms haftet ihm an.
Der Zauber wirkt!
Sie ist sehr pünktlich. Schlank und rank, blasser Teint, rötlich schimmernde Haare, die Nase etwas zu groß; so habe ich sie an diesem Abend wahrgenommen.
Zur Begrüßung überreiche ich ihr eine Calla. Wir verbringen einen wunderbaren Abend. Erzählen aus unseren Leben. Alles ist sehr leicht. Ich habe ihr eine Langspielplatte von Jaques Brel, mit einem seiner schönsten Chansons „Ne me quitte pas“, mitgebracht. Viel später sollte ich erkennen, welche Symbolik sich in dem Lied verbarg.
Den Moment, als ich ihre Hand zum ersten Mal ergreife, werde ich nie vergessen. Ein Warnschild „Vorsicht Hochspannung“ wäre angemessen gewesen. Sie durchzuckt uns. Zur Beruhigung wechseln wir ins Restaurant nebenan. Ein kleiner Imbiß und ein guter Rotwein helfen, die Spannung in Grenzen zu halten. Zum Abschied begleite ich sie zum Taxi. Wir küssen uns. Es ist das pure Verlangen.
Am nächsten Abend muß ich die Rückreise ins Hessische antreten. Sie möchte mich verabschieden. Die „Terrassen am Zoo“ strahlen die Atmosphäre eines typischen Bahnhofsrestaurants aus: Miefig, schmierig, unerotisch.
Ihr gelingt es, mich zu verzaubern. Während unserer Unterhaltung nimmt sie meine Hand und legt etwas Schwarzes, seidig Glänzendes hinein. Es ist ein Strumpf. Ich stecke ihn in die Tasche meines Sakkos.
Später im Zug hole ich ihn verstohlen heraus und führe ihn ans Gesicht. Ein zarter Hauch ihres Parfüms haftet ihm an.
Der Zauber wirkt!
neukoelln - 2005/09/10 09:45













Trackback URL:
http://neukoelln.twoday.net/stories/964422/modTrackback