Die Heizpilz-Generation
Sturmwarnungen schallen aus den Sprechern. Hysteriker beiderlei Geschlechts bleiben brav zu Hause. Ich bin seit dem frühen Abend auf den Straßen Berlins unterwegs. Gegen ½ Sieben wird der Regen stärker und es stürmt. Das dauert eine gute halbe Stunde. Dann ist alles vorbei. Auf dem Weg nach Charlottowgrad und zurück begegnet mir nicht ein einziges Einsatzfahrzeug von Feuerwehr oder Polizei. Wovor wurde nun gewarnt? Wo sind die umgestürzten Bäume? Wo sind die Dachziegel? Ein paar kleine unschuldige Zweige liegen auf der Straße. Die Heizpilz-Generation hat Angst!
neukoelln - 2007/01/19 13:02













Die Heizpilz-Generation weiß auch, wie schnell sich Wetter ändern kann. Das dieses Mal in der Stadt weniger passiert ist, liegt auch mit daran, dass nach dem letzten Sturm der Berliner Baumbestand ordentlich geprüft, geschnitten im Zweifelsfall gefällt wurde. Wenn weniger Dächer abgedeckt wurden, liegt es auch mit daran, dass im Stadtbild auch seit dem letzten Sturm die Dächer hinsichtlich solcher Katastrophen einem anderen Augenmerk unterzogen wurden.
Hast Du darüber nachgedacht, dass dieses Mal auch zum Glück so wenig passiert ist, weil die Menschen zu Hause geblieben sind? Es ist etwas kurz gedacht, zu sagen die Heizpilz-Generation hat Angst. Vielleicht hat die Heizpilz-Generation auch Verantwortungsbewußtsein und Verständnis für die da draußen, die bei so einem Wetter aus beruflichen Gründen raus müssen? Wenn ich weiß, dass im Laufe des Abends ein, zwei Zeiten kommen können, in denen es saugefährlich werden kann, dann kann ich mir überlegen, ob ich mein Leben so wenig wertschätze, dass ich dem Teufel den Stinkefinger zeige UND im Zweifelsfall damit den helfenden Kräften vielleicht einen Notfalleinsatz (den sie ja auch unter Einsatz ihres Lebens absolvieren) mehr bereite, auf den sie gut verzichten können. Oder kann eben auch einfach sagen, nee, heute mal nicht – es gab andere Abende und es wird noch Abende geben, an denen ich raus kann. Ich MUSS nicht mich und andere unnötig gefährden, wenn die Möglichkeit dazu überproportional groß ist.
Man kann, nix muss. Daraus nun einer ganzen Generation Muffensausen anzudichten … naja.
Aber ja, Du bist natürlich unser Hecht! ;-)
Vom letzten Menschen
``Wir haben das Glück erfunden'' - sagen die letzten Menschen und blinzeln.
Sie haben den Gegenden verlassen, wo es hart war zu leben: denn man braucht Wärme. Man liebt noch den Nachbar und reibt sich an ihm: denn man braucht Wärme.
Krankwerden und Misstrauen-haben gilt ihnen sündhaft: man geht achtsam einher. Ein Thor, der noch über Steine oder Menschen stolpert!
Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume. Und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben.
Man arbeitet noch, denn Arbeit ist eine Unterhaltung. Aber man sorgt dass die Unterhaltung nicht angreife.
Man wird nicht mehr arm und reich: Beides ist zu beschwerlich. Wer will noch regieren? Wer noch gehorchen? Beides ist zu beschwerlich.
Kein Hirt und Eine Heerde! Jeder will das Gleiche, Jeder ist gleich: wer anders fühlt, geht freiwillig in's Irrenhaus.
``Ehemals war alle Welt irre'' - sagen die Feinsten und blinzeln.
Man ist klug und weiss Alles, was geschehn ist: so hat man kein Ende zu spotten. Man zankt sich noch, aber man versöhnt sich bald - sonst verdirbt es den Magen.
Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht: aber man ehrt die Gesundheit.
``Wir haben das Glück erfunden'' - sagen die letzten Menschen und blinzeln -
sturm
http://www.naturgewalten.de/index.html