Erinnerung kaufen?
Das letzte Zusammentreffen liegt über 30 Jahre zurück. Es war in der „Nulpe“, einer Kreuzberger Kneipe in der Yorckstraße. Damals tat der Mann sehr geheimnisvoll. Ich fand sein Verhalten, von wegen leise sprechen und so, ziemlich albern. Doch ein paar Monate später war sein Foto auf einem Fahndungsplakat von gesuchten Terroristen zu sehen. Er hatte also Ernst gemacht.
Jetzt sehe ich ihn wieder - in einer Kreuzberger Kneipe. Wären wir uns auf der Straße begegnet, hätte ich ihn nicht erkannt. Da steht er nun am Tresen und trinkt seinen Schnaps. Unsere Blicke treffen aufeinander. Doch es ist kein Erkennen darin.
Er soll an diesem Abend aus seinen Jugenderinnerungen vorlesen. Dafür soll ich 3 ½ Euronen bezahlen. Ist mir zuviel. Mein Budget ist schon knapp genug. Ich begnüge mich mit einem Bier, bevor die Veranstaltung beginnt, und beobachte die Menschen um ihn herum. Die Gespräche der Frauen, die ihn offensichtlich kennen, kreisen um Rheuma: Warum es in Spanien besser wird; warum Asiaten angeblich keins haben. So verändert das Alter die Themen. Ich gehe.
Jetzt sehe ich ihn wieder - in einer Kreuzberger Kneipe. Wären wir uns auf der Straße begegnet, hätte ich ihn nicht erkannt. Da steht er nun am Tresen und trinkt seinen Schnaps. Unsere Blicke treffen aufeinander. Doch es ist kein Erkennen darin.
Er soll an diesem Abend aus seinen Jugenderinnerungen vorlesen. Dafür soll ich 3 ½ Euronen bezahlen. Ist mir zuviel. Mein Budget ist schon knapp genug. Ich begnüge mich mit einem Bier, bevor die Veranstaltung beginnt, und beobachte die Menschen um ihn herum. Die Gespräche der Frauen, die ihn offensichtlich kennen, kreisen um Rheuma: Warum es in Spanien besser wird; warum Asiaten angeblich keins haben. So verändert das Alter die Themen. Ich gehe.
neukoelln - 2006/12/11 12:16












