Der linke und der rechte Opa

Das waren Zeiten.
Um es klar zu sagen: Der Titel hat nichts mit politischen Ansichten der beiden Männer zu tun.
Der linke Opa hatte eine Laube. Da durfte ich immer Fußball spielen. Auch wenn es dem Rasen weh tat. Nie wurde ich zurückgepfiffen.
Der rechte Opa hat sonntags dafür gesorgt, daß meine Eltern etwas Intimität genießen durften. Er hat mich mitgenommen - in die Welt der Männer. Da saß ich kleiner Mann auf dem Stehtisch, nuckelte an meinem Malzbier, mitten im Qualm - und durfte teilhaben an den wichtigen Fragen der neuen Republik.
Der linke Opa war der „Heim-Opa“. Weil er in der Heimstraße wohnte. Der Rechte war der „Forster-Opa“, wohnte in der Forster Straße.
Vom Linken habe ich gelernt, wie man ein Karnickel umbringt. Was immer zu Weihnachten geschah. Er hat es gut gemacht. Das Tier hatte keine Angst.
Der Rechte war Anstreicher und Maler. Eins seiner Bilder hängt an der Wand, auf die ich jetzt schaue.
Gibt es solche Opas noch? Ich habe Zweifel.
neukoelln - 2005/10/05 18:33












