Familienforschung

Von meiner Mutter habe ich alte Photos bekommen. Eines hat mein besonderes Interesse geweckt. Es ist eine Aufnahme aus dem Jahr 1958, vom 50. Geburtstag meines Opas, der mütterlichen Seite. Wer genau hinschaut, wird bemerken: Da sitzen noch keine Stadtmenschen. Sie sind noch immer ostpreußische Hausfrauen und Landarbeiter. Mit einer Ausnahme: Der Frau im Vordergrund. Durch ihre Frisur wird deutlich, daß sie zur neuen Zeit und Umgebung gehört In ihrer Wohnung standen die ersten „Cocktail“-Sessel und eine dynamisch geformte Blumenbank - Symbole eines neuen Lebensstils.
Ein Hauch Traurigkeit erfaßt mich. Denn keine der Personen lebt mehr. Doch ihre Spuren sind mir gegenwärtig. Sie führen über drei Gegenstände, die sich immer noch in meinem Haushalt befinden, in die Gegenwart: Das große Gemälde in dem silbernen Rahmen auf der linken Wand; der Krug und das Radio, die auf dem Schrank stehen. So lebt Geschichte.
neukoelln - 2005/10/02 15:22












