Zippi wird sesshaft
Den Namen habe ich zuerst bei Tucholsky entdeckt. Bei ihm war Zippi ein Reisegott. Der einen vor Verspätungen und anderem Unbill beschützt.
Bei mir wurde Zippi seßhaft.
Die Dame meines Herzens brachte ihn von Ikea mit. Er sei ihr dort zugelaufen; erklärte sie mir. An der Kasse hätte er sich merkwürdig still verhalten. Wahrscheinlich, um den Bewachern zu entgehen. Ein kluger Pinguin!
Damit ist das Rätsel um Zippi auch schon gelöst. Für jeden unaufmerksamen Beobachter war er ein einfaches Stofftier. Für uns, die wir die dramatischen Umstände seiner Flucht kannten, war er natürlich immer etwas Besonderes. In einigen unserer Krisen hat er seine Qualitäten als Vermittler demonstriert. Das kann nicht jeder.
Er hatte auch schlimme Angewohnheiten. Zippi rauchte wie ein Schlot. Man kehrt von einer Reise zurück; hat keine Zigaretten mehr; sucht verzweifelt nach den verborgenen Vorräten, die ein Nikotin-Süchtiger anlegt; und stellt fest: Kein Glimmstengel mehr da. Es konnte nur Zippi gewesen sein. Der aber tat völlig unschuldig. Wie es jeder in einer solchen Situation tun würde.
Sein zweites Laster war der Alkohol. Zippi hat mir öfter versichert, er würde nur Fischlikör trinken. Wer’s glaubt, wird selig. Wer sollte sonst am guten, teuren Whisky genascht haben? Irgendwelche Milben? Nix da! Solche Märchen hätte er seiner Oma erzählen können. Und die hätte ihm auch nicht geglaubt.
Heute ist Zippi ein älterer Pinguin. Sein früher strahlend weißes Bauchgefieder ist leicht vergilbt. Er lebt weitgehend abstinent. Keinen Schnaps und keine Zigaretten mehr!
Und jetzt läuft „From Russia - With Love“ in der Flimmerkiste. Da kann ich nicht nein sagen.
Bei mir wurde Zippi seßhaft.
Die Dame meines Herzens brachte ihn von Ikea mit. Er sei ihr dort zugelaufen; erklärte sie mir. An der Kasse hätte er sich merkwürdig still verhalten. Wahrscheinlich, um den Bewachern zu entgehen. Ein kluger Pinguin!
Damit ist das Rätsel um Zippi auch schon gelöst. Für jeden unaufmerksamen Beobachter war er ein einfaches Stofftier. Für uns, die wir die dramatischen Umstände seiner Flucht kannten, war er natürlich immer etwas Besonderes. In einigen unserer Krisen hat er seine Qualitäten als Vermittler demonstriert. Das kann nicht jeder.
Er hatte auch schlimme Angewohnheiten. Zippi rauchte wie ein Schlot. Man kehrt von einer Reise zurück; hat keine Zigaretten mehr; sucht verzweifelt nach den verborgenen Vorräten, die ein Nikotin-Süchtiger anlegt; und stellt fest: Kein Glimmstengel mehr da. Es konnte nur Zippi gewesen sein. Der aber tat völlig unschuldig. Wie es jeder in einer solchen Situation tun würde.
Sein zweites Laster war der Alkohol. Zippi hat mir öfter versichert, er würde nur Fischlikör trinken. Wer’s glaubt, wird selig. Wer sollte sonst am guten, teuren Whisky genascht haben? Irgendwelche Milben? Nix da! Solche Märchen hätte er seiner Oma erzählen können. Und die hätte ihm auch nicht geglaubt.
Heute ist Zippi ein älterer Pinguin. Sein früher strahlend weißes Bauchgefieder ist leicht vergilbt. Er lebt weitgehend abstinent. Keinen Schnaps und keine Zigaretten mehr!
Und jetzt läuft „From Russia - With Love“ in der Flimmerkiste. Da kann ich nicht nein sagen.
neukoelln - 2005/09/08 20:31












